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               Ausgabe 14 / Dezember 2020
                                


  Liebe Leserinnen und Leser,

Ein außergewöhnliches Jahr geht zu Ende. Gezeichnet wurde dieses Jahr vor allem von der Corona-Pandemie. Als das Virus erstmals im weit entfernten China auftrat, wägten wir uns hier noch in „Sicherheit“. Doch es dauerte nicht lange, bis die Pandemie auch hier zu Lande das öffentliche Leben und das Leben jedes einzelnen von uns fest im Griff hatte. Viele Gewerbebetriebe erlitten unverschuldet einen großen wirtschaftliche Schaden als der erste Lock-Down begann. Stellvertretend möchte ich hier die Gastronomie nennen. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Landwirtschaft systemrelevant. Unsere tägliche Arbeit und unsere Produkte erfuhren Wertschätzung. Heimische Produktion und die Unabhängigkeit vom Ausland bekamen eine Bedeutung. Die Pandemie machte allerdings auch vor der Landwirtschaft nicht halt. So war Anfang des Jahres lange unklar, ob und wie viele Saisonarbeitskräfte zu uns einreisen dürfen. Obst- und Gemüsebauern bangten um die Einfuhr ihrer Ernten, die ohne diese Arbeitskräfte nicht eingebracht werden kann.
Der Druck auf den Märkten stieg und ganze Handelsketten verschoben sich. Man konnte nicht mehr Essen gehen, sondern kochte jetzt zu Hause. Die Nachfrage im Lebensmitteleinzelhandel stieg. Jedoch waren dies ganz andere Produkte, als sonst in der Gastronomie gebraucht wurden. Unser jahrelanges auf Effizienz getrimmtes System kam immer mehr an seine Grenzen. Besonders hart hat es den Schweinemarkt getroffen. Durch den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP), erst in Brandenburg und dann in Sachsen, verlor Deutschland den Status „ASP-frei“ und Drittstaaten verhängten weitreichende Exportbeschränkungen. Daraufhin fielen die Preise ins Bodenlose. Als wäre das nicht schon schlimm genug, zwang die Corona-Pandemie die Schlachthöfe in die Knie. Die Schlachtkapazitäten wurden gedrosselt, Mäster wurden ihre Tiere nicht mehr los und Ferkelerzeuger wussten nicht wohin mit den Ferkeln. Obwohl wir eine vollständige Schließung des Schlachthofes in Sögel abwenden konnten, haben sich bis heute 650.000 Schweine „gestaut“.
Der Unmut der Landwirte wächst. Nicht nur bei den schweinehaltenden Betrieben, sondern auch bei fast allen anderen landwirtschaftlichen Produkten herrscht nicht erst seit Corona ein erheblicher Preisdruck. Viele Landwirte gehen wieder auf die Straße und demonstrieren. Die Machtverhältnisse zwischen uns Landwirten als Erzeuger und dem Lebensmitteleinzelhandel sind nicht gerecht verteilt. Die Erzeugerpreise fallen und die Preise an der Ladentheke bleiben gleich. Landvolk Präsident Albert Schulte to Brinke ist sich sicher: „hier stopft sich jemand gewaltig die Taschen voll“.

Doch 2020 hielt auch erfreuliche Ereignisse für uns parat. Dazu zählt sicherlich der „Niedersächsische Weg“. Erstmals und bisher einzigartig in Deutschland haben sich Vertreter von Landwirtschaft, Politik und Umweltverbänden an einen Tisch gesetzt und gemeinsam konkrete Maßnahmen ausgearbeitet. Die Erzeugung von gesunden und qualitativ hochwertigen Lebensmitteln im Einklang mit den Bedürfnissen der Natur steht dabei an oberster Stelle. Arten-, Natur- und Umweltschutz funktionieren nur mit uns Landwirten, und die faire Honorierung dieser Arbeit ist nun sichergestellt.
Auch bei unserer Imagekampagne „Echt Grün“ gab es tolle Entwicklungen. Mittlerweile ist die Anzahl der teilnehmenden Kreisverbände auf 15 gestiegen. Somit wächst nicht nur das Budget für unsere Imagearbeit, sondern auch die Anzahl der Öffentlichkeitsmitarbeiter, die als kreative Köpfe Ideen erarbeiten. Seit 2019 können sich Landwirte zum „Bienenfreundlichen Landwirten“ auszeichnen lassen. Um diese Auszeichnung zu erhalten, müssen verschiedene selbstverpflichtende Maßnahmen, die vom Bieneninstitut in Celle entwickelt wurden, erfüllt werden. Niedersachsenweit haben sich dieses Jahr über 450 Landwirte auszeichnen lassen. Und wir im Emsland waren vorne mit dabei. Als zweitbester Kreisverband haben im Emsland und der Grafschaft Bentheim 62 Landwirte diese Auszeichnung erhalten. Zum Vergleich, 2019 waren es nur neun Landwirte. Das ist ein toller Erfolg, auch in der öffentlichen Wahrnehmung, an den wir auch im nächsten Jahr wieder anknüpfen möchten.

Ich möchte mich auf diesem Weg bei allen Landwirten für die Zusammenarbeit und das Engagement bedanken. Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein besinnliches Weihnachtsfest und viel Kraft und vor allem Gesundheit für das neue Jahr 2021.

Georg Meiners
-Präsident-


Landvolk Niedersachsen hat neuen Vorstand

Mit 90 zu 74 Stimmen ist Dr. Holger Hennies zum neuen Präsidenten des Landvolks Niedersachsen gewählt worden und hat sich damit gegen seinen Mitbewerber Jörn Ehlers durchgesetzt, der für weitere drei Jahre Vizepräsident des Verbandes bleibt.
Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Mitgliederversammlung mit reduzierter Teilnehmerzahl stattgefunden. Erstmals musste das Präsidium per Briefwahl bestimmt werden; die Unterlagen wurden vor Ort in Hannover ausgezählt.
Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke ist noch bis Jahresende im Amt. Neben Jörn Ehlers bleibt der Vorsitzende des Niedersächsischen Landvolks Braunschweiger Land, Ulrich Löhr, ebenfalls Vizepräsident. Als neuer Vizepräsident ist Manfred Tannen, Präsident des Landwirtschaftlichen Hauptvereins Ostfriesland, in das vierköpfige Präsidium des Landvolks gewählt worden. „Die Landwirtschaft in Niedersachsen steht vor existenziellen Herausforderungen“, sagte Hennies anlässlich seiner Wahl zum Präsidenten des Landvolks. „Wir müssen verhindern, dass die Bäuerinnen und Bauern zwischen dem Druck des Weltmarktes und den ständig steigenden Anforderungen von Politik und Gesellschaft zerrieben werden. Dafür werde ich mich einsetzen.“

Der 50-jährige arbeitet mit vier Kollegen zusammen in einer Ackerbaubetriebsgemeinschaft mit 650 ha Fläche in Schwüblingsen im Osten der Region Hannover. Zudem betreibt er gemeinsam mit seiner Frau eine Schweinehaltung für die Direktvermarktung, nutzt sein Grünland für Pferde des Reitbetriebs und bietet einen „Lernort Bauernhof“ für Schulklassen, Kindergärten und alle Interessierten an. Der Vater von vier Kindern hat vor seinem Studium der Agrarwissenschaften eine landwirtschaftliche Lehre absolviert.

Afrikanische Schweinepest (ASP)


Die gefürchtete Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist in Deutschland angekommen: Seit der ersten Diagnose am 10.09.2020 häufen sich in Brandenburg die ASP-Fälle bei verendeten oder erlegten Wildschweinen. Am 31.10.2020 wurde erstmals in Sachsen ASP bei einem Wildschwein festgestellt. Inzwischen ist bei fast 300 Wildschweinen der Virus bestätigt worden.
Die konsequente Abschottung der Hausschweinebestände gegenüber Wildschweinen und strengste Hygienemaßnahmen sind derzeit die wichtigsten Ziele und Aufgaben von Schweinehaltern, um dem Ausbruch von ASP in einem Hausschweinebestand entgegenzuwirken.
Neben der schon jetzt vorhandenen massiven Preisverwerfungen durch die ASP bei Wildschweinen hätte eine Ausbreitung von ASP in Hausschweinebestände in Deutschland massive Folgen: Beim Ausbruch in Hausschweinebeständen müssten alle Schweine der betroffenen Bestände getötet und in Tierkörperbeseitigungsanlagen unschädlich beseitigt werden. Die Erkrankung ist eine Herausforderung für das betriebsindividuelle Risikomanagement: Wir können nur empfehlen, dass Betriebsleiter ihre Absicherung für den Fall von ASP überprüfen und bewerten.

LAVES koordiniert Krisenpläne
Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) dokumentiert den aktuellen Stand der Krisenpläne. Die aktuelle geografische Verbreitung der ASP beschreibt das Friedrich-Loeffler-Institut, das auch die Ausbruchszahlen auflistet. Fachleute für Tierhaltung aus mehreren Institutionen sind in Niedersachsen beteiligt an Arbeitsgruppen, die Krisenpläne für den Fall des Ausbruchs der ASP in Deutschland erarbeiten.
Um die Zahl der ASP-Fälle in Deutschland so gering wie möglich zu halten, haben unter anderem das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, das niedersächsische Landwirtschaftsministerium sowie die Schweinehalter Hinweise zur Vorbeugung herausgegeben. Als Orientierung in den Bereichen Logistik, Transport und Beratung hat der Deutsche Raiffeisenverband ein Krisenhandbuch veröffentlicht.

Gefährdete Bezirke mit Pufferzonen
Bei einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland legen in der Regel die Veterinärbehörden der betroffenen Landkreise gefährdete Bezirke und Pufferzonen fest, in denen zum Beispiel Verbote und Einschränkungen für den Transport von Schweinen und Schweinefleischprodukten gelten.
Nicht nur Schweinehalter, sondern auch andere land- und forstwirtschaftliche Betriebe in den gefährdeten Bezirken und Pufferzonen müssen mit Einschränkungen rechnen: Die Nutzung von Flächen können Behörden zum Beispiel einschränken, um das Abwandern des Schwarzwildes zu verhindern. Im weiteren Verlauf der Bekämpfung der ASP in der Schwarzwildpopulation könnte eine verstärkte Bejagung der Wildschweine oder das Anlegen von Jagdschneisen angeordnet werden.
Für wirtschaftliche Schäden, die durch behördliche Anordnungen wie etwa Ernteverbote entstanden sind, werden Entschädigungssätze festgesetzt. Ansprechpartner für mögliche Entschädigungszahlungen ist in der Regel die anordnende Behörde des jeweiligen Landkreises.

Vorbeugende Maßnahmen
Vorrangiges Ziel muss die Verhinderung des Kontaktes mit Wildschweinen sein. Dazu gehört die konsequente Abschottung des Bestandes gegenüber Wildschweinen. Zudem haben Landwirte die allgemeinen Hygiene- und Biosicherheitsmaßnahmen sowie die Bestimmungen der Schweinehaltungs-Hygieneverordnung zu beachten. Besonders wichtig ist konsequentes Umkleiden vor dem Betreten der Schweineställe (betriebseigene Schutzkleidung für den Schweinestall) sowie Händewaschen und Desinfizieren, um eine Einschleppung des Virus zu verhindern. Beim Auftreten einschlägiger Krankheitsanzeichen sind durch einen Tierarzt geeignete Proben zur Abklärung einer möglichen Infektion mit der Afrikanischen Schweinepest zu entnehmen und an die jeweils zuständige Untersuchungseinrichtung der Länder zu senden. Die Mitarbeit der Schweinehalter ist entscheidend für ein funktionierendes Frühwarnsystem. Landwirte mit Ackerbau sollten die Jäger bei der Jagd auf Wildschweine unterstützen. Dies können in Absprache mit den Jägern angelegte Schneisen oder auch angekündigte Erntearbeiten sein.

ASP-Vorsorge in Niedersachsen
Das ML in Niedersachsen hat eine landesweite Ausschreibung für den Aufbau einer Wildtierseuchenvorsorge vorgenommen. Bis Mitte Januar können Firmen und Gesellschaften an dem Ausschreibeverfahren teilnehmen. Durch diese Maßnahme soll sichergestellt werden, dass in einem möglichen Seuchenfall bei Wildschweinen eine konsequente und schnelle Bekämpfung sowie Eindämmung der Seuche erfolgen kann.  


Pflanzenschutzkartell

Das Bundeskartellamt hat zu Beginn des Jahres Bußgelder in Höhe von insgesamt rund 154,6 Mio. Euro gegen sieben Großhändler von Pflanzenschutzmitteln und deren Verantwortlichen wegen Absprache über Preislisten, Rabatte und einige Einzelpreise beim Verkauf an Einzelhänd-ler und Endkunden in Deutschland verhängt. Bußgeldpflichtig sind die AGRAVIS Raiffeisen AG Hannover/Münster, die AGRO Agrargroßhandel GmbH & Co. KG Holdorf, die BayWa AG Mün-chen, die BSL Betriebsmittel Service Logistik GmbH & Co. KG, Kiel, die Getreide AG Hamburg, die Raiffeisenwaren GmbH Kassel und die ZG Raiffeisen eG Karlsruhe.


Was ist passiert?
Den Bußgeldverfahren liegt der Tatbestand zugrunde, dass die Unternehmen in der Zeit von 1998 bis 2015 jeweils im Frühjahr und Herbst ihre Preislisten für Pflanzenschutzmittel miteinan-der abgestimmt haben. Grundlage der Abstimmung war eine gemeinsame Kalkulation der Großhändler, die weitgehend einheitliche Preislisten für Einzelhändler und Endkunden zur Folge hatte. Die betroffenen Großhändler hatten teilweise noch bis 2012 auch die zu gewährenden Rabattspannen sowie die Abgabepreise gegenüber den Einzelhändlern abgesprochen. Diesen Sachverhalt haben die betroffenen Großhändler weitgehend zugestanden, was zu einer Redu-zierung der gegen sie verhängten Bußgelder geführt hat. Damit steht fest, dass die betroffenen Großhändler gegen das deutsche und EU-rechtliche Kar-tellverbot (§ 1 GWB und Art. 101 AEUV) verstoßen haben.

Vermutung eines Schadens
Diese Feststellung hat auch Bindungswirkung (§ 33b GWB) für etwaige Schadensersatzforde-rungen von Landwirten, die direkt oder über Zwischenhändler bei diesen Großhändlern Pflan-zenschutzmittel bezogen haben. Nach der Rechtsprechung des BGH gibt es bei Kartellen die Vermutung, dass Abnehmer kartellbetroffener Produkte einen Schaden erlitten haben. Für „neu-ere“ Kartelle ist dies inzwischen auch gesetzlich so geregelt (§ 33a Abs. 2 GWB). Dies gilt insbe-sondere bei Absprachen von Wettbewerbern über Preise, da Sinn und Zweck solcher Abspra-chen regelmäßig ist, höhere Preise als dies im Wettbewerb möglich wäre, von Kunden fordern zu können. Diese Vermutung findet grundsätzlich auch hier Anwendung und zwar auch soweit die Großhändler „nur“ rabattfähige Bruttopreislisten abgestimmt haben. Denn selbst bei individu-ell verhandelten Rabatten sind die Endpreise grundsätzlich schon dann kartellbedingt überhöht, wenn die Grundlage der Rabatte, die abgestimmten Bruttopreislisten, kartellbedingt überhöht war. Hinzu kommt hier, dass laut Pressemitteilung des Bundeskartellamtes teilweise auch Ra-battspannen und Endkundenpreise Gegenstand der Kartellabsprachen waren. Ein Schaden ist auch nicht etwa dann ausgeschlossen, wenn Abnehmer Genossen und die Kartellanten Genos-senschaften sind. Ohnehin haften die kartellbeteiligten Großhändler für den Schaden jedes ein-zelnen Landwirts grundsätzlich jeweils als Gesamtschuldner (§§ 830, 840 BGB). Ein Landwirt könnte also seinen Schaden sogar bei einem Großhändler geltend machen, bei dem er weder unmittelbar noch mittelbar Pflanzenschutzmittel bezogen hat.

Verjährung
Aufgrund der uns bekannten Informationen gehen wir davon aus, dass nach den besonderen Verjährungsregeln des Kartellrechts (§§ 33h, 186 GWB) für alle direkten oder indirekten Bezüge von Pflanzenschutzmitteln bei den betroffenen Großhändlern Schadensersatz ab dem Jahr 2005 gelten gemacht werden könnte, während Ansprüche aus früheren Bezügen verjährt sein dürften.

Schadensersatzhöhe
Der Schadensanspruch berechnet sich aus der Differenz zwischen dem Preis, der für die jewei-ligen Bezüge gezahlt worden ist und dem Preis, der gezahlt worden wäre, wenn es keine Kartell-absprachen gegeben hätte.

Nachweispflichten
Voraussetzung für die Geltendmachung des Schadens ist der Nachweis über die direkten und indirekten Bezüge und die gezahlten Preise für die eingekauften Pflanzenschutzmittel bei den entsprechenden Händlern. Hierbei sind möglichst die Kaufbelege, Rechnungen oder Lieferdo-kumente vorzulegen. Zudem wird es erforderlich sein, den Preiseffekt des Kartells mittels eines Gutachtens nachzuweisen. Dies ist mit nicht unerheblichen Kostenrisiken verbunden, da insbe-sondere auch die „Gegenseite“ alle Mittel zur Abwehr der Klagen aufbieten wird.

Als Landvolk sehen wir uns aber in der Pflicht, Sie über die Möglichkeit, Schadensersatz geltend zu machen, zu informieren. Ggf. kann es angezeigt sein, über Wege nachzudenken, wie Be-troffene ihre Ansprüche ggf. gemeinsam gegenüber den kartellbeteiligten Großhändlern geltend machen können. In jedem Fall könnten Gutachterkosten unter mehreren Klägern aufgeteilt wer-den.

Letztlich müssen Sie entscheiden, ob Sie ggf. aus dem Kartellrechtsverstoß herrührende Schä-den geltend machen wollen. Wir sind gerne bereit, Sie hierbei zu unterstützen.

In diesem Fall wenden Sie sich bitte an Ihre Geschäftsstelle unserer Kreisvereine. Dieser wird sich dann über den Landesverband mit den übrigen Kreisverbänden abstimmen, ob und in wel-chem Umfang Mitglieder an einer Durchsetzung ihrer Schadensersatzansprüche Interesse ha-ben.

Wir werden Sie dann über das weitere Vorgehen auf dem Laufenden halten. Sofern in nennens-wertem Umfang Interesse an der Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen besteht, sollte zunächst versucht werden, außergerichtlich mit den Kartellanten über Lösungen zu bera-ten.




Interesse an der Landwirtschaft nimmt zu

Ziel unserer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist es, das Image der Landwirtschaft zu verbessern. Das soll sowohl im Emsland und der Grafschaft Bentheim über die VEL geschehen, als auch niedersachsenweit über die Image Kampagne „Echt grün – eure Landwirte“. Um unsere Arbeit regelmäßig zu kontrollieren, werden jedes Jahr repräsentative Befragungen niedersachsenweit in Auftrag gegeben.  Die wichtigsten Ergebnisse dieser Befragung haben wir hier zusammengefasst:
1. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Interesse an landwirtschaftlichen Themen insgesamt gestiegen (55% auf 59%). Besonders dabei ist, dass vor allem junge Menschen sich immer mehr für die Landwirtschaft interessieren. Aus diesem Grund ist es wichtig auch in den Sozialen Media aktiv zu sein und dort wichtige Themen zu platzieren.
2. Deutlich zu sehen ist hierbei in erster Linien, dass das Image des einzelnen Landwirts besser ist, als das Image der Branche Landwirtschaft. Daher ist es von besonderer Bedeutung den Landwirten an sich und nicht den Verband und damit die Branche in den Vordergrund zu stellen. Dies gilt sowohl für die Sozialen Medien, als auch für die Tageszeitung. Persönliche Geschichten berühren die Menschen.
3. Der Preisdruck und die geringen Gewinne werden von der Bevölkerung weiterhin als größte Herausforderung der Landwirte gesehen. Doch seit dem vergangenen Jahr, ist den Menschen besonders bewusst geworden, dass auch die geringe Wertschätzung und die hohen Umweltauflagen Probleme sind, mit denen Landwirte zu kämpfen haben.
4. Nach wie vor ist den Verbrauchern vor allem eine artgerechte Tierhaltung besonders wichtig, gefolgt von der Herstellung qualitativ hochwertiger Lebensmittel und einer umweltbewussten und nachhaltigen Arbeitsweise der Landwirte. Bei diesen Wünschen gab es kaum eine Veränderung von 2019 auf 2020.
5. Wie sehr stimmen die Befragten der Aussage: „Die Landwirtschaft in Niedersachsen ist hauptverantwortlich für Umweltbelastung und Verlust der biologischen Vielfalt“ zu oder diese Aussage ablehnt. Deutlich weniger Menschen (von 44 auf 38%) stimmen dieser Aussage zu und gleichzeitig hat sich die Zahl, der Menschen, die dieser Aussage nicht zustimmen von 51% auf 55% erhöht. 
6. (siehe Abbildung) Das Bewusstsein der Verbraucher für die Arbeit der Landwirte hat sich im Vergleich zum Vorjahr in fast allen Punkten verbessert. Lediglich die Zustimmung, dass Landwirte preiswerte Lebensmittel produzieren hat sich verringert. Besonders gestiegen ist die Zustimmung für die Aussagen, dass Landwirte umweltbewusst und nachhaltig wirtschaften und Wasser-, Luft- und Bodenverschmutzungen vermeiden.

Diese Erkenntnisse aus der sind ein erster Anfang und zeigen, dass unsere Imagearbeit etwas bringt und zwar in die richtige Richtung. Aus diesem Grund möchten wir uns nochmal ganz herzliche bedanken, bei allen Landwirten, die sich für die Imagepflege einsetzen und bereit sind, dazu ihren eigenen kleinen oder großen Beitrag zu leisten.



Investitionsprogramm der Rentenbank

Die Landwirtschaftliche Rentenbank bietet im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ab dem 11. Januar 2021 Zuschüsse zu Investitionen in besonders umwelt- und klimaschonende Bewirtschaftungsweisen an. Das Programm ist auf 4 Jahre befristet (bis 31. Dezember 2024). Antragsberechtigt sind landwirtschaftliche Betriebe, landwirtschaftliche Lohnunternehmen und gewerbliche Maschinenringe.Förderfähig sind Investitionen in umwelt- und ressourcenschonende Technik, beispielsweise Maschinen und Geräte der Außenwirtschaft zur exakten Wirtschaftsdünger- und Pflanzenschutzmittelausbringung und zur mechanischen Unkrautbekämpfung sowie bauliche Anlagen zur emissionsarmen Lagerung von Wirtschaftsdüngern und Anlagen zur Gülleseparation.
Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.rentenbank.de/foerderangebote/bundesprogramme/landwirtschaft/




Social Media - Schulung für den Vorstand

Die veränderten Bedingungen zur Corona-Zeit verändern nicht nur die externe Kommunikation mit den Verbauchern, sowie die interne Kommunikation mit unseren Mitgliedern. Es gibt keine Marktstände in Innenstädten oder auf dem Weihnachtsmarkt, wo Landwirte mit Verbrauchern in Kontakt treten können. Ebenso findet keine Hauptausschusssitzung oder keine Ortsvereinsversamlung satt. Das stellt auch unsere Kommunikation mit den Mitgliedern vor neue Herausforderungen. Neben dem digitalen Newsletter und der Landvolk-App, möchten wir auch in den Socialen Medien noch aktiver werden. Zum einen natürlich um unsere Mitglieder auf dem Laufenden zu halten, zum anderen um auch Verbraucher über die Landwirtschaft zu informieren.
Um uns diesbezüglich noch besser aufzustellen, hat der VEL-Vorstand eine Social-Media Schulung erhalten. Themenschwerpunkte waren zum Beispiel die Funktionsweisen von Facebook und Instagram, sowie die Erstellung von social-media tauglichen Fotos.




Drohnen Seminar - letzte Plätze sicher!


Es gibt noch wenige Plätze:
Wir bieten in Kooperation mit Conrad Eilers Anfang nächsten Jahres ein Drohnen Seminar an.

Der Termin der Mahd fällt wie immer in die Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere, die in Wiesen und Grünroggen ihren Nachwuchs aufziehen. Doch „Ducken und Tarnen“ schützt zwar vor dem Fuchs, nicht aber vor dem Mäher.

Im Emsland und der Grafschaft Bentheim wachsen auf 40.000 ha Ackergras, Grünroggen und Grünland, die zum Teil mehrmals jährlich gemäht werden. Die Bewirtschafter dieser landwirtschaftlich genutzten Flächen stehen in der Pflicht den Mähtod bestmöglich zu vermeiden.

Das Abfliegen der Flächen mit der Drohne ist die wirksamste Möglichkeit nicht nur Kitze, sondern auch Gelege zu schützen.  Durchgeführt wird der Kurs von Conrad Eilers. Er ist erfahrener Drohnenpilot und Jäger und hat in der vergangenen Saison über 100 Kitz, Gelege und Junghasen gerettet.

Seine Erfahrungen und Erkenntnisse möchte er teilen und weitergeben. Inhalt des Seminars werden zum Beispiel gesetzl. Grundlagen und die Erfahrungen und Vorgehensweisen bei der Kitzrettung der vergangenen Jahre sein. Außerdem werden verschiedene Modelle in unterschiedlichen Preisklassen vorgestellt. Um das Seminar abzurunden wird es eine praktische Flugeinheit geben.

Termine: 05./06./12. oder 13.02.2021 
Ort:
 Kochwerkstatt Lingen, Wolkenkamp 1, 49811 Lingen 
Anmeldung: nach Windhundprinzip über thordsen@landvolk-emsland.de
Kosten: 30€ VEL-Mitglieder / 50€ Nicht-Mitglieder (incl. Mittagessen)



Versicherungsgesellschaft ab Januar vor Ort


CEV GmbH ab Januar auch im Emsland und der Grafschaft Bentheim mit einer persönlichen Ansprechpartnerin vor Ort erreichbar

Wie bereits berichtet, hat die VEL seit dem 01.09.2020 zusammen mit dem Kreislandvolkverband Cloppenburg, die CEV GmbH (Cloppenburg Emsland Versicherung GmbH) gegründet. Ziel ist es, den Mitgliedern eine umfassende und qualitativ hochwertige Beratung in Versicherungsfragen anzubieten. Es hat sich in den letzten Jahren zunehmend herausgestellt, dass bei der in unserer Region vorhandenen Struktur der landwirtschaftlichen Betriebe in Versicherungsfragen ein umfangreiches Spezialwissen erforderlich ist.
Wir freuen uns, dass ab dem 01.01.2021 Frau Barbara Gladen ihre Tätigkeit bei der CEV GmbH aufnimmt und Ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht. Ihr Büro wird Sie in Meppen in der Geschäftsstelle der VEL, An der Feuerwache 12, erhalten. Frau Gladen hat in der Vergangenheit bei der Landvolkdienste GmbH in unserer Region die Landwirte bereits beraten. Auf Grund der Neuausrichtung unserer Verbände mit Gründung der CEV GmbH hat Frau Gladen sich dazu entschlossen, ab Januar 2021 gemeinsam mit uns sie als Mitglied zukünftig in allen versicherungsrelevanten Fragestellungen umfassend zu beraten.

Erreichbar ist Frau Barbara Gladen unter: 05931-9332-452
Folgende Ansprechpartner stehen Ihnen ebenfalls weiterhin zur Verfügung:
Frau Jessica Hillmer (Geschäftsführerin):     04471-965290 oder 0172-8372217
Frau Jennifer Oer (Innendienstkraft):     04471-965290



Grafschaft hat neue Mitarbeiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


Mein Name ist Anna Brink, ich bin 24 Jahre alt und komme aus dem wunderschönen Grasdorf in der Grafschaft Bentheim. In meiner Freizeit spiele ich Fußball in der 1. Damenmannschaft von Rot-Weiß Lage und trainiere eine Hobby Mannschaft. Während meiner Schulzeit trainierte ich etwa 4 Jahre lang eine Fußball-Mädchenmannschaft. Da ich auch gerne mit Kindern arbeiten wollte, habe ich mein Abitur in Nordhorn mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik und Psychologie absolviert. Anschließend sollte es dann aber doch noch in die landwirtschaftliche Richtung gehen. Also entschied ich mich für den Studiengang ´Wirtschaftsingenieurwesen im Agri- und Hortibusiness´ an der Hochschule Haste in Osnabrück. Da damit wahrscheinlich nur Wenige etwas anfangen können, hier eine kleine Erklärung: Zum einen gibt es Module im Bereich der BWL und VWL. Zum anderen gibt es mehrere Module im landwirtschaftlichen Bereich. Ich spezialisierte mich hauptsächlich auf die Nutztierwirtschaft. Meine Bachelorarbeit habe ich, unter Betreuung von Lambert Hurink, über die Möglichkeiten der Agrarkommunikation an Schulen geschrieben. Dafür habe ich ein Halbjahr zwei emsländische Grundschulen bei deren Landwirtschaft AG begleiten dürfen. Die AG wird vom Landvolk organisiert und mit Landwirten vor Ort für Schüler der zweiten bis vierten Klasse angeboten.
Bevor es ins Arbeitsleben gehen sollte, ging es für mich am Anfang des Jahres für knapp 3 Monate nach Neuseeland. Dort habe ich auf verschiedenen Milch- und sogenannten Beef Farmen gelebt und gearbeitet. In dieser Zeit habe ich eine komplett andere, aber sehr interessante Seite der Landwirtschaft kennen gelernt. Leider musste ich das Abenteuer auf der anderen Seite der Welt wegen der beginnenden Corona Pandemie abbrechen. Dann rief der Ernst des Lebens … das Arbeitsleben ging los! Nach kurzer Einarbeitungszeit in Neuenhaus ging es für mich zum Landvolk nach Lingen. Mein Aufgabenbereich bestand neben Teilen der Sozialberatung für die Kranken/ Pflege- und Alterskasse, hauptsächlich aus der Organisation und Bearbeitung der Betriebs- und Haushaltshilfe. Zudem bin ich in der Beratung und Ausführung der grünen Dienstleistungen (sprich ZA- Handels, Dieselbeihilfe, GAP usw.) tätig gewesen. Auch Antragstellungen zur Ausbildungsförderungen (wie zum Beispiel BaföG) wurden von meiner Kollegin und mir unterstützt.
Ab dem nächsten Jahr nehme ich die Herausforderung als neue Mitarbeiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Neuenhaus an und freue mich auf die Zusammenarbeit!


Steuernews

Am 18.12.2020 wurde das Gesetzgebungsverfahren zum Jahressteuergesetz abgeschlossen. Für landwirtschaftliche Betriebe ist das von erheblicher Relevanz.
Umsatzsteuerpauschalierung:
Ab dem 01.01.2022 gilt die lange diskutierte Umsatzgrenze von 600.000 EUR zur Anwendung der Umsatzsteuerpauschalierung. Unternehmer, die im Jahr 2021 die neue Umsatzgrenze überschreiten dürfen ab 2022 die Umsatzsteuerpauschalierung nicht mehr anwenden. Zu beachten ist, dass alle umsatzsteuerpflichtigen unternehmerischen Umsätze bei der Prüfung der für die Anwendung der Pauschalierung maßgeblichen Umsatzgrenze zusammenzufassen sind, z.B. auch die Umsätze etwa aus gewerblichen PV-Anlagen oder steuerpflichtigen Stallpachten. Die maßgebliche Umsatzgrenze bezieht sich daher nicht allein nur auf die Umsätze aus land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeiten. Unterschiedliche Rechtsträger, z. B. GbR´s werden weiterhin als eigene Unternehmen für sich betrachtet.
Betriebsteilungen bleiben zukünftig möglich. Insbesondere bei Überschreiten der zukünftigen Grenzen sollte frühzeitig überlegt werden, wie Betriebsstrukturen an die neue Situation angepasst werden können. Lassen Sie Ihrem fachkundigen Steuerberater frühzeitig Unterlagen über Ihre teilbaren Stallkapazitäten und betrieblichen Planungen zukommen.
Die fristbehaftete Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen und die damit verbundenen Aufgaben werden nach Einschätzungen im Gesetzgebungsverfahren neben den finanziellen Einbußen einen erheblichen Mehraufwand bedeuten. Selbst in den Fällen, in denen Betriebsteilungen wegfallen und in die Gewerblichkeit gewechselt werden könnte, drohen betriebliche Risiken, z.B. durch andere Regelungen im Bereich der Schenkungs- und/oder Erbschaftsteuer.
Änderung Sonderabschreibungen:
-    Investitionsabzugsbeträge (IAB) werden zukünftig auch für vermietete bewegliche Wirtschaftsgüter möglich sein.
-    Die Einstellung von IAB wird zukünftig bis zur Höhe von 50% der voraussichtlichen Anschaffungskosten möglich sein
-    Betriebe werden zukünftig Sonderabschreibungen nur noch dann in Anspruch nehmen können, wenn eine Gewinngrenze von 200.000 EUR (Stand 17.12.20) eingehalten wird.
Teilung von Erbengemeinschaften:
Die Realteilung von beispielsweise Erbengemeinschaften soll auch bei verpachteten Betrieben in vielen Fällen möglich werden.
Corona-Sonderzahlungen an Arbeitnehmer:
Die Frist zur Zahlung der Corona-Beihilfe von max. 1.500 EUR wird bis zum 30.06.2021 verlängert.
Warengutscheine an Arbeitnehmer
Gutscheine, z.B. Tankgutscheine sind zukünftig bis 50 EUR monatlich steuerfrei.

Zu diesen und weiteren Informationen verweisen wir auf unseren Newsletter.

Frauen in der Landwirtschaft


Wenn Sie diese E-Mail (an: catharina.t.23@gmail.com) nicht mehr empfangen möchten, können Sie diese hier kostenlos abbestellen.

 

Vereinigung des Emsländischen Landvolkes e.V.
Catharina Thordsen
An der Feuerwache, 12
49716 Meppen
Deutschland

05931-9332111